SUSTAIN: Gut betreut älter werden

Projekt SUSTAIN LogoSeit April 2015 ist die Stiftung Gesundheit Fördergemeinschaft Projektpartner eines europäischen Versorgungsforschungsvorhabens ‒ SUSTAIN. Das Akronym steht für Sustainable Tailored Integrated Care for Older People in Europe. Übersetzt: Nachhaltige, individuell angepasste, integrierte Versorgung für ältere Menschen in Europa.

Mit ihrer Beteiligung an SUSTAIN betritt die Stiftung Gesundheit Neuland. Das Projekt bietet die Chance, die Ergebnisse bisheriger Stiftungsstudien zum Thema Barrierefreiheit in die Weiterentwicklung altersfreundlicher Versorgungsansätze auf europäischer Ebene einzubringen und zu erproben. Projektleiterin Sophia Schlette wird an allen Arbeitspaketen mitwirken, die deutschen Fallstudien betreuen und für den Wissenstransfer der Projektergebnisse mitverantwortlich sein.

Projekt im Rahmen von Horizon 2020

Der Name ist Programm: Das Konsortium wird in den kommenden vier Jahren untersuchen, welche Modelle für die individuell angepasste, umfassende Versorgung von Menschen über 65 in ihrem häuslichen Umfeld besonders gut geeignet und langfristig finanzierbar sind – und ob beziehungsweise unter welchen Bedingungen gute Modelle innerhalb Europas übertragbar sind. Neu an der Herangehensweise ist die Kombination von wissenschaftlichen Methoden (improvement science, evidence integration triangle, implementation science) mit konsequenter Orientierung am Bedarf, mit Nutzerbeteiligung an der Weiterentwicklung vorhandener Versorgungskonzepte und nicht zuletzt der Betonung auf horizontaler Integration gesundheitlicher, sozialer, häuslicher, präventiver, rehabilitativer und pflegerischer Angebote und Anbieter um die betroffenen Personen herum. Die Mittel für das Projekt kommen aus dem Förderschwerpunkt Personalized Health & Care des EU-Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020.

Projektpartner aus neun europäischen Ländern

Federführend ist die Medizinische Fakultät der Freien Universität Amsterdam. Neben den Niederlanden beteiligen sich Organisationen aus Belgien, Deutschland, England, Estland, Irland, Norwegen, Österreich und Spanien (Katalonien) an SUSTAIN. Die Bandbreite der Projektpartner reicht von angesehenen Universitäten und Forschungseinrichtungen über Stiftungen und IT-Unternehmen bis zu europaweiten Wissensmanagement-Plattformen. Dazu zählen beispielsweise die AGE Platform Europe, die von der EU-Generaldirektion Justiz finanziert wird und die Interessen von 26 Millionen EU-Bürgern über 50 vertritt, und die European Health Management Association, eine private Vereinigung von mittlerweile über 150 Mitgliedern in 30 europäischen Ländern, die sich der Qualitätsverbesserung und der Fachkräfteentwicklung in der Gesundheitsversorgung widmet und hierbei insbesondere auf die Vermittlung von Management-Knowhow setzt.

Pro Land beteiligen sich je zwei innovative Modellprojekte an der Studie. In Deutschland sind dies die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) mit dem KV RegioMed Zentrum Templin und das Pflegewerk Berlin, das in Berlin Marzahn-Hellersdorf die Versorgung Pflegebedürftiger mit intensiver Moderation durch Therapeuten sowie im Rahmen multiprofessioneller Teams verbessern möchte. Die Träger der Modellprojekte vor Ort sowie an der Versorgung beteiligte Berufsgruppen, lokale Stakeholder, Patienten und Angehörige profitieren von SUSTAIN durch den Austausch mit den nationalen Projektkoordinatoren, die den Pilot Sites während der nächsten Monate auch beratend zur Seite stehen.

Internationaler Beirat

SUSTAIN verfügt über einen wissenschaftlichen Beirat, dem Persönlichkeiten wie Rafael Bengoa, baskischer Gesundheitsminister a.D. und ehemals Direktor des WHO-Programms für Gesundheitssysteme, und die europäische Versorgungsforscherin Anke Bramesfeld angehören.

 

Über den Verlauf von SUSTAIN berichtet Projektleiterin Sophia Schlette auch im Blog der Stiftung Gesundheit.